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WSV - Wesermarathon  2015 – jedes Jahr neu!

Jedes Jahr im April geht es auf die gleiche Strecke – und doch ist es immer wieder neu und anders! In diesem Jahr wich die Teilnehmerzahl mit insgesamt 19 Ruderern an den verschiedenen Tagen vom Durchschnitt nach oben ab. Außerdem hatten wir mehrere Erstteilnehmer auf der Strecke, eine Herausforderung für Alois, der wie immer die Bootsbesatzungen schon vor Fahrtantritt zusammengestellt hatte.

An der üblichen Bootseinlegestelle in Bad-Sooden-Allendorf erwartete uns dann die nächste Neuerung: Aufgrund des hohen Wasserstandes mussten wir auf einen Anleger direkt oberhalb der Schleuse ausweichen. Die Bedienung der Schleuse übernahm Mark, der Landdienst hatte.

Bedingt durch den höheren Wasserstand war auch die Strömung größer, so dass alle vier Boote auch bei Unterbesetzung  gut voran kamen. Sorge machte uns nur der Gedanke an den Flutgraben auf der zweiten Hälfte der Tagesetappe. Rechtzeitig wurden alle wichtigen Dinge wasserfest verstaut. Die schmale und kurvige Durchfahrt forderte von Beginn an die volle Konzentration der Steuerleute. Bereits ein um nur einen Schlag zu spät ausgesprochenes Ruderkommando konnte fatale Folgen haben – diese Erfahrung machte die Verfasserin: Das Überziehen war zu spät angesagt, das Boot touchierte das Ufer, und dann fuhren wir Karussell. Dank energischer Befehle des Obmannes gelangte der Kahn wieder in die richtige Lage und die Durchfahrt des stärksten Teils der Stromschnelle  gelang ohne wesentliche Wasserübernahme.
Da Jörn seit Witzenhausen  den Landdienst übernommen hatte, entging ihm dieses Abenteuer. Dafür teilte er uns nun telefonisch mit, dass die in den Vorjahren genutzte Anlegestelle am Wehr direkt in Hann. Münden  zum Teil unter Wasser stand, eine besonders starke Strömung aufwies und zudem keinen Platz zum Ablegen der Boote aufwies, da die Insel voller Gesträuch lag. So wurde entschieden, die Etappe unterhalb der Werrabrücke zu beenden. Dort mussten die Boote abgeriggert und verladen sowie anschließend samt Ruderern zur Fuldaschleuse in Hann. Münden transportiert werden. Hier wurden dann alle Boote für den zweiten Tag aufgeriggert, während sich ein Teil der Mannschaft auf den Weg machte, die PKW vom Ausgansort der Fahrt abzuholen und den Anhänger zu parken. Die „Riggergruppe“ hatte nach getaner Arbeit noch Zeit für ein Eis oder Kaffee und Kuchen in der Mündener Altstadt, bevor es  für alle in die altbekannte Unterkunft in Lippoldshausen ging. Hier konnten wir den eingetroffenen Nachzüglern der Fahrt beim gemütlichen Abendessen schon viel erzählen.
Der zweite Tag hatte dann einen ganz üblichen Verlauf: In nun vollbesetzten Booten wurde bis zum Kanuclub Beverungen gerudert. Da der Landdienst noch nicht vor Ort war, musste Jörn das Anlegemanöver zwischen den Buhnen ohne Hilfe meistern – was ihm selbstverständlich auch gelang, nur seine Mütze entfleuchte ihm dabei. Sonja schaffte es aber, sie anglerisch wieder aus der Weser herauszufischen. Der Nachmittag diente dann den verschiedensten Erholungsformen: Besuch in der Therme, spielen, spazieren gehen, Geocaching, und ein paar Damen sahen sich im TV das Londoner Achterrennen der Universitäten Oxford gegen Cambridge an. Einziger Wermutstropfen des Tages war das lange Warten auf das Essen am Abend im Weserdampfschiff.
Tag 3, die Strecke bis nach Hameln, begann so unspektakulär wie der Vortag geendet hatte. Die Boote hatten ihre üblichen von der Fahrtenleitung vorgeplanten Wechsel; nur die Moorlady konnte durchfahren, ohne anlegen zu müssen. In Bodenwerder hätten die Damen ja gerne ein Päuschen eingelegt, aber da der Steg anlässlich der Anruderveranstaltung des dortigen Vereins stark frequentiert war, wurde auf den komfortablen Toilettengang verzichtet. Kurz vor Grohnde gab es noch ein Treffen mit dem zweiten Dreier, der Beluga, dann ging es in den Endspurt. Das Ziel, der Steg des Hamelner Rudervereins Weser, war schon in Sicht, als uns ein Motorbootfahrer eine Schreckensnachricht überbrachte: Die Beluga war gekentert! Über Telefon erfuhr der Fahrtenleiter, dass der Landdienst bereits unterwegs zum Unfallort war. In großer Sorge legten wir an. Die Mannschaft des kurz darauf am Ziel eintreffenden Vierers konnte uns dann zur Beruhigung mitteilen, dass es zumindest keinen erkennbaren Personenschaden gegeben hatte.

Die Boote waren schon fast verladefertig, als Mark endlich mit den Schiffbrüchigen eintraf. Körperlich unversehrt standen sie doch leicht unter Schock angesichts des Ereignisses. Zunächst einmal konnten sie sich im Verein unter der Dusche aufwärmen. Währenddessen wurde die Beluga einer ersten Begutachtung unterzogen und die anderen Boote kamen auch auf den Hänger. Natürlich war beim Abschlussessen in der Tündernschen Warte  der Unfall Hauptgesprächsthema.

So fand der Wesermarathon in diesem Jahr ein etwas unerfreuliches Ende. Froh waren alle, dass es keinen schweren Personenschaden gegeben hatte. Der Unfall hatte allen Teilnehmern gezeigt, dass auf dem Wasser ebenso wie zu Lande – mit dem Auto - ein kleiner Moment der Unaufmerksamkeit schwere Folgen haben kann. Dass so etwas nun im Boot passiert ist - es ist sicher weder das erste noch das letzte Mal -  sollte allenfalls zu mehr Vorsicht mahnen, aber nicht zu Kopfzerbrechen führen. Nach einem Autounfall setzt man sich schließlich in den meisten Fällen auch wieder ins (reparierte oder neue) Auto und fährt weiter.

D.K.

 
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