Weiber 2007 - WSV-Rudern

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Fahrtenbericht Weiberwanderfahrt nach Rheinsberg

"Mit Maren zu Friedrich"  
9. Weiberwanderfahrt der Ruderinnen 05. bis 07. Oktober nach Rheinsberg

Na ja, zu Friedrich müsste man eigentlich ca. 270 Jahre zurückrudern. Aber wir zehn tatendurstigen Ruderinnen vertrauten einfach Maren und der Berliner Autobahn. Beide sollten uns in seine Nähe bringen. Maren brachte uns schnell und sicher an unser Ziel: zum Rheinsberger Ruderverein in Rheinsberg in Brandenburg. Schlafplätze gab es dieses Mal reichlich: einige innerhalb des Vereinshauses, einige außerhalb – nämlich im obersten "Stockwerk" unseres kleinen Reisebusses. Nachdem wir auch das Bootshaus und unsere zwei zu leihenden Vierer besichtigt hatten, schwärmten wir abends aus – ins Städtchen: raschelndes Laub, Stimmen im Dunkeln, Lichter, eine Hochzeitsgesellschaft, der große dunkle See... Abendessen im "Café Tucholsky" (wobei die Bezeichnung Café mal wieder irreführend war).

Trotz einer nächtlichen "kleinen Schnarchmusik" waren am nächsten Morgen alle in bester Laune, wenn auch ein bisschen verschlafen – aber immer noch tatendurstig. Bevor wir jedoch frühstücken konnten, hatte sich jemand geopfert Brötchen zu holen – um danach eine halbe Stunde vor der (von anderen Gästen verschlossenen) Haustür zu stehen. Es war Dorothee und Dorothees Laune war danach nicht mehr so gut. Bei einem üppigen Frühstück im schönen Frühstücksraum mit Blick auf den See ging es dann allen wieder gut. Vom See sah man allerdings nicht sehr viel. Schuld daran waren aber nicht die verschleierten Blicke der vergangenen Nacht, sondern Morgennebel, der den See zudeckte.

Anschließend einteilen in zwei Mannschaften für zwei Vierer mit Steuermann. Ein Vierer – "Grienerick" – war benannt nach dem See vor unserer Haustür. Der hieß nicht Rheinsberger See wie irrtümlich geglaubt wurde. Der Rheinsberger See liegt einen See weiter. Noch betagter als das erste Boot erschien uns "Knolles", die große Badewanne. Und dann, kurz vor dem Ablegen, wie immer: "Ich hatte doch...", ich wollte noch...", "ich glaub' ich hab' was vergessen...".

Die Fahrt begann und endete dann jedoch zur Zufriedenheit der (wechselnden) Steuermänner bzw. Steuerfrauen zügig und diszipliniert. Die einzige Schleuse – die Schleuse Wolfsbruch – wurde routiniert durchquert. Andere "Hindernisse" entpuppten sich als – manchmal – ziemlich enge Brückendurchfahrten. Unter den Booten, die uns hin und wieder begegneten, fielen uns – schwimmenden Pappkartons ähnlich – die aus der ehemaligen DDR besonders auf.

Abends gab es im "Laternenhof" bei märkischer Knolle (daher der Bootsname?) und märkischem Landmann ein gelungenes und verdientes Abendessen. Dazu ein Toast auf Maren, unsere Organisatorin, die uns ein unvergessliches Wochenende im schönsten goldenen Oktober bescherte.

Der zweite Tag verlief weniger zügig – ob weniger diszipliniert kann ich nicht mehr sagen, denn mitten auf dem See (welcher der 1000 Seen war es bloß?) gab es einen kühlen Tropfen – aber nicht von oben.

Wir durchpflügten mit unseren Booten den Grienerick-See, den Rheinsberger See, Schlabornsee, Dollgowsee, Tietzowsee, Prebelowsee, den kleinen Pälitzsee und den Hüttenkanal – eine kleine Auswahl aus dem riesigen Angebot. Dann gab es noch, in der Einsamkeit der vielen Seen und bunten Wälder, Reiher und einen Fischadler, hoch über uns. Und endlich ein sonniges Plätzchen am Ufer, ohne allzu sehr vom dicht wachsenden Schilf beim Anlegen behindert zu werden. Und es gab echte Wassernixen...
Vom "großen Friedrich" sahen wir nichts (vielleicht beim nächsten Mal?) – nur sein Schloss von weitem. Und das war eingerüstet. Einen Teil des Schlossparks konnten wir vom Boot aus bewundern. So, wie es wohl auch der spätere "alte Fritz" in jungen Jahren tat. 1736 – 1740 lebte er auf Schloss Rheinsberg. Es waren die schönsten Jahre seines Lebens.

Gudrun Walter


 
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