Salzkammergut - WSV-Rudern

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Rudern und Kultur 2016 Salzkammergut

Rudern und Kultur
– einst von Bernhard Brand ins Leben gerufen –
ist inzwischen gute Tradition im WSV. Für diesen Sommer hat
Klaus ein sehr reizvolles Ziel erarbeitet, Österreichische Seen
im Salzkammergut.
Sechzehn Ruderer folgten seinem Ruf. Er selbst hatte den
Transport der vier Boote übernommen und zog den Hänger mit
seinem Bus. Doch schon die Anreise gestaltete sich abenteuerlich: Auf der Autobahn hörten seine Insassen einen
Knall und mussten dann bestürzt feststellen: ein Reifen am Hänger war geplatzt. Schon mal versucht, am vollbeladenen Hänger einen Reifen zu wechseln? Da mussten Profis zu Hilfe kommen, bevor Stunden später die Reise weitergehen konnte.

Wer im Hellen kam, konnte sich schon unterwegs über das eindrucksvolle Panorama der Berge hinter dem Attersee freuen. Den Hänger heil über die engen, kurvigen Straßen zu bugsieren war wohl weniger erfreulich, aber Klaus hat diese Herausforderung an diesem und allen folgenden Tagen bravourös gemeistert.

Schließlich trafen alle wohlbehalten in Weißenbach am Attersee ein und erlebten denzweiten Schreck des Tages beim Beziehen des Europacamps. Die sozialistische Jugend hat Tag und Nacht viel Müll und viel Geräusch gemacht (fragt mal Sonja und Udo). Dennoch haben wir uns in den kleinen Holzbungalows nachher ganz wohlgefühlt und abends stets noch lange draußen zusammen gesessen, mit oder ohne Niels´ Esel-Spiel.
Gleich der Sonntag war ein perfekter Rudertag, bei
Sonnenschein und glattem Wasser ging es umgeben von grünen Wiesen und sanften Bergen auf dem Attersee von Weißenbach ans nördliche Ende. Der Attersee ist der größte See, der ganz in Österreich liegt,
22 km lang. Ganz Mutige erfrischten sich schon bei der
Mittagspause im klaren kalten Wasser. In Seewalchen steuerten wir durch Wasserskifahrer, Segelboote und Badende den gastfreundlichen Ruderverein an und lagerten die Boote dort und uns im angrenzenden Strandbad.

Der Montag war zunächst der Kultur gewidmet: Doro organisierte für uns einen Besuch mit Führung im Gustav Klimt Zentrum in Schörfling am Attersee. Wie perfekt er in seinen Seebildern das Leuchten und Glitzern des Wassers eingefangen hat, fanden wir beim Rudern bestätigt. In allen Jadegrün- und Blautönen schimmerten die Wellen. Davon gab es bald mehr, als uns lieb war, denn auf der Tour zurück nach Weißenbach kam tüchtig Westwind auf, so dass wir lieber die windgeschütztere Seite ansteuerten statt den See auf der östlichen Seite vollends zu umrunden. Statt dessen ging es abends mit dem Auto nach Unterach, wo wir vor dem Abendessen bei einem Spaziergang Klimts Bronzebüste unsere Aufwartungmachten.

Der dritte Rudertag führte uns nach Gmunden.
Am Traunsee um Traunkirchen unter dem Traunstein durften am Frauntag Obmänner Obfraun sein. Hier war das Wasser dunkelolivgrün, ganz anders als am Vortag, aber wieder wunderschön.


Zur Pause in der Klosterschenke gab´s Apfelstrudel und Getränke; ein kleiner Rundgang führte uns um die Klosterinsel und in die Kirche. Eindrucksvoll für Wassersportler war hier besonders die Fischer-
Kanzel. Vom Wasser aus sieht man später eine kleine Marienstatue,
die auf den See schaut. Wir ruderten unter mächtigen Felswänden
entlang, die steil ins Wasser abfallen. In Ebensee ganz im Süden erwartete uns Thomas schon auf dem „Eisberg“ und dann hieß es Schuhe aus und ins Wasser um die Boote auf den steinigen Strand zu bringen. Beim Jägerwirt abends Forellen und Saibling zur Stärkung für
den Leib, leider reichlich derb aufgetischt. Die Damen waren not amused.



Am Mittwoch ging es von Ebensee auf spiegelglattem Wasser zurück nach Gmunden. Alle freuten sich, dass Mechthild und Thomas wieder mit im Boot waren. Dafür übernahm Udo mit Erika den Landdienst und Jörn kümmerte sich um das Problem mit den Reifen. (Zitat Jürgen: „Jörn ist nicht das Problem, Jörn ist die Lösung.“)
Bei der Mittagspause im Hoisl bejubelten alle die SMS „Der Hänger steht schon mit neuen Reifen am RV Gmunden.“ Sehr beruhigend besonders für Jürgen, denn der hatte sich bereit erklärt, die Boote wieder nach Altwarmbüchen zu ziehen. Nach dem Verladen in Gmunden suchte sich jeder ein heimliches Eckchen zum Umziehen um noch mal im klaren grünen Traunsee zu schwimmen.

Am Mondsee erlebten wir eindrucksvoll, wie schnell sich in den Bergen das Wetter ändern kann. Morgens hatten wir nach den
nächtlichen Regen gerade die Boote leer geschöpft und wollten frohgemut starten, Glücklicherweise hörten wir auf die Warnung eines einheimischen Motorbootfahrers: Da kommt gleich Regen! Minuten später goss es schon, Gut, dass wir einen Platz zum Unterstellen, -setzen, -legen gefunden hatten. Manche gingen auch lieber Kaffee trinken. So starteten wir mit Verspätung die Fahrt über den olivgrünen Mondsee.

Es wurde
zunehmend windig, alle waren ganz zufrieden, als wir hinter einem Berg wieder in stilleres Wasser kamen. Idyllisch gelegen lockte der „Gasthof See“ zur Mittagspause mit leckerem Essen und wir konnten bei wolkenlosem Himmel draußen die Sonne genießen. Noch bevor sich alle zum Mittagsschläfchen ausgestreckt hatten, warnte die Wettervorhersage: Am Nachmittag Gewitter. So brachen wir eilig auf, zurück ans westliche Ende. Manche auf dem direktesten Weg, andere mehr in Ufernähe. Sehr schnell zogen die Wolken über den Bergsattel heran, Donnergrollen, erste Blitze. Die Ruderer in der Flosshilde hatten Glück –als wir das Boot angebunden hatten, konnten wir am Ufer in einer Hütte unterschlüpfen, dann brach auch schon das Gewitter mit starkem Regen los und überaus schnell türmten sich auf dem Mondsee Wellen mit Schaumkronen auf. Genießen konnten wir das Glück erst, als Regina und Nicole übers Handy erfuhren, dass auch die anderen Boote in Sicherheit waren. Die Belugafahrer waren an Land und unter einen Balkon geflüchtet, Moorvenus hatte mit etlichen dicken Schlägen den Yachthafen erreicht, an dem sie die Warnlichter blinken sahen. Die Insassen der Moorhexe hatten sich im strömenden Regen an ein nur scheinbar unbewohntes Haus am Hang geflüchtet, wo sie sehr misstrauisch von einer alten Frau beäugt wurden „Was wollen Sie denn hier?“ Gerade rechtzeitig spähten wir aus unserer Hütte. Beim Aufschrei „Da schwimmt ein Skull!“ sprintete Jörn los und konnte es bergen. Bald schien wieder die Sonne, alle Boote fanden sich heil in Mondsee ein und konnten im Trockenen verladen werden.
Abends wurde im Europacamp Salate geschnippselt und Udo, Stefan und Stephan wechselten sich beim Grillen ab. Zufrieden klang´ s beim Becherheben: „Prost! und schön, dass wir noch leben!“

Der letzte Rudertag startete am schönen Ruderclub am                         Wolfgangsee in St. Gilgen. Das Wasser hier milchigtürkisgrün, nachmittags im Wolkenschatten zeitweise eher bleigrau-dunkel. Die Fahrt führte unter einer weiteren Madonnen-Statue und einer hohen weißen Felswand entlang, dann durch die See-Enge, dahinter St. Wolfgang mit dem weißen Rössl. Wasserskifahrer und
Ausflugsdampfer machten ein paar Wellen. Zur Einkehr in Strobl wieder aussteigen ins Wasser, Klaus und Jörn verknoteten kunstvoll die Boote. Erholsame Mittagspause im gastlichen Hotelgarten, viele Löffel streckten sich nach den riesigen Salzburger Nockerln aus, dann verlockten Schaukeln
und Liegestühle noch zu einem Schläfchen am Ufer. Auf dem Rückweg schickte vom
Schafberg hoch oben ein kleiner roter Spielzeugzug einen Dampfwölkchen-Gruß herunter, Vorfreude auf den Ausflug am nächsten Tag. Natürlich wurde auch im klaren Wolfgangsee noch ausgiebig gebadet. Abends genossen wir am Mondsee im schön gelegenen Gasthaus Am See noch mal das Essen und hörten später die Mondseesage. Zum Abschluss gab´s Schnäpse, Dank und Applaus dem tüchtigen Wanderruderwart Klaus.

Der Samstag begann mit einer kleinen Geburtstagsfeier, Kerzen, Kuchen, Gesang, Geschenk für Erika. Abends durften wir dann in einem wunderbaren Restaurant über dem Attersee ihre Gäste sein. Hier gesellte sich auch Achim zu Klaudi und uns. Doch morgens erst mal ging es nach dem Frühstück wieder nach St. Gilgen und diesmal mit dem Raddampfer Kaiser Franz Josef über den Wolfgangsee. In St.Wolfgang musste Stephan leider Abschied nehmen, alle anderen fuhren mit der altertümlichen Zahnradbahn mit Geruckel und Schwefelduft auf die Schafbergspitze (1783m).

                

Wieder strahlender Sonnenschein mit herrlich weiter Sicht über die österreichischen Berge. In den Tälern breiteten sich die Seen vor uns aus und so konnten wir beim Rundgang um die Schafbergspitze unsere Touren auf Attersee, Mondsee und Wolfgangsee mit dem Ebensee noch einmal im Überblick nacherleben und -genießen. Dieser Ausflug war der krönende Abschluss einer sehr gelungenen Wanderfahrt!

Marianne Homann

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