Männer 2007 - WSV-Rudern

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Fahrtenbericht Männerwanderfahrt auf der Mittelweser   

Frauenlose Erholung für WSV-Ruderer

Die diesjährige, mittlerweile 5. Herrenwanderfahrt des WSV Altwarmbüchen stand unter dem Motto „Einigkeit und Freiheit auf der Mittelweser“. Die wie immer von Ruderwanderwart Bernhard hervorragend bis ins kleinste Detail geplante Fahrt führte sieben WSV-Männer am Wochenende vom 12. – 14.10.07 auf eine 63 km lange Ruderstrecke von Minden nach Nienburg.

Die Anreise nach Stolzenau an die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen gestaltete sich für die für den Bootstransport zuständige Gruppe als ziemlich aufwändig: Gut fünf Stunden brauchte sie für die ca. 60 km lange Strecke – das Zugfahrzeug mit dem bekannten Stern wollte lieber das Wochenende in einer Werkstatt in Garbsen verbringen. Der Abend wurde dann trotzdem noch ein schöner Fahrtauftakt. In einer gemütlichen und mit einer guten Küche ausgestatteten Gaststätte fand u.a. eine Fahrtbesprechung statt. Die Pläne für den Transport der Boote, der Autos und der Ruderer mussten aufgrund der späten Anreise neu geschmiedet werden. Hier stieß auch Udo, ein ehemaliger Ruderkamerad von Bernhard, zur Gruppe. Als noch immer aktiver Ruderer, als Einheimischer und als ehemaliger Lehrer hatte er hervorragende Kenntnisse sowohl vom Fluss als auch von allem Wissenswerten an Land. Höhepunkt des Abends war die mitternächtliche Werbeveranstaltung des Ortsbürgermeisters für Stolzenau, der durch Zufall an unserem Tisch hängen blieb und uns einen wortreichen Überblick über die Geschichte, die zukünftige Entwicklung sowie die Probleme von Stolzenau und seiner Umgebung gab.

Der Samstag begann um 8 Uhr mit einem umfangreichen Frühstück in unserer fliegenfreien Unterkunft, dem Gästehaus der Nationen, einer ehemaligen niederländischen Kaserne. In dieser Umgebung drängten natürlich auf Grund der beruflichen Vergangenheit von Bernhard und Eckhard viele Erinnerungen wieder ans Tageslicht, denen die Übrigen teilweise staunend lauschten. Um 9 Uhr war Abfahrt nach Minden, um 10 Uhr wurden die Boote aufgeriggert und um 10:30 Uhr legten der Vierer und Zweier vom Steg des Besseler Ruderclubs an der Schnittstelle zwischen Weser und Mittellandkanal bei herrlichem Herbstwetter ab. Auch die Weser war bester Laune, sie spendierte uns in einigen Abschnitten einen Vortrieb von mehr als 5 km/h. Zwei Schleusen galt es auf dieser Etappe zu überwinden: In Petershagen benutzten wir eine Bootsgasse, in der die Boote unbemannt (den Fettdruck verstehen nur die Beteiligten, aus Rücksicht auf einen Einzelnen wird der Fahrtbericht hier nicht genauer) getreidelt werden.

Noch bei keiner Ruderwanderfahrt konnte die meditative Kraft des Ruderns so deutlich erlebt werden: Gleichmäßige Bewegungen und eine für Städter ungewohnte Ruhe auf und an der Weser führten dazu, dass der Berichterstatter während der Samstagnachmittag-Etappe durch Sekundenschlaf einige Male aus dem Rudertakt fiel.

Die zweite Schleuse schafften wir in Rekordzeit, so dass wir überpünktlich um 15 Uhr nach knapp 40 km am extra für uns an diesem Tag reparierten Steg des Ruderclubs Stolzenau ankamen. Das mittlerweile traditionelle von Klaus gespendete Schwarzbier am Ende der ersten Etappe schmeckte auch diesmal hervorragend. Jetzt stand Kultur auf dem Programm: Ein etwas unkonventioneller ‚Führer’ brachte uns das rund 850 Jahre alte Zisterzienser-Kloster Loccum in einer einstündigen ‚Führung’ näher. Wir Beteiligten wissen jetzt woher der Ausdruck ‚halt die Klappe’ kommt. An der anschließenden, vor allem bei Pilgern beliebten, täglichen Hora haben wir teilgenommen; auch hier kam es zu ‚meditativen’ Momenten. Nach einem üppigen Mahl in einem nahe gelegenen Restaurant erreichten wir pünktlich zu den Nationalhymnen von Irland und Deutschland den Fernseher in der ehemaligen Offiziersmesse in unserer Unterkunft. Das grottenschlechte Fußballspiel ermattete uns so sehr, dass wir um 23 Uhr alle in den Federn lagen. Noch mal zur Verdeutlichung: Es ist Männerwanderfahrt, es ist Samstagabend und alle sind um 23 Uhr im Bett (jeder alleine)!

Vom sonntäglichen Frühstück bleibt vor allem ein ehefraulicher Telefonanruf in Erinnerung. Aus politischen Gründen gibt der Schreiber auch hier keine weiteren Details preis. Eines sei nur verraten, das Fahrtmotto (siehe oben) stand nicht in Gefahr. Wenn wir ehrlich sind, sind wir auch auf dieser Herrenfahrt nicht ganz ohne Frau ausgekommen: Uschi, Frau von Udo, hat netterweise einige verschwitzte Männer per Auto transportiert: auch an dieser Stelle vielen Dank dafür!

Die zweite, rund 24 km lange Etappe von Stolzenau nach Nienburg verlief ohne größere Ereignisse, die ruhige Flusslandschaft und das herrliche Wetter taten das ihre, um alle wunderbar zu erholen. Auch die Heimfahrt verlief ohne Komplikationen, so dass alle entspannt, gut gelaunt und leicht gebräunt in Altwarmbüchen ankamen. Es ist sicher ein sehr gutes Zeichen, dass auf der Rückfahrt schon Pläne für die nächste Wanderfahrt gemacht wurden.

Thomas Wonik

 
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