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Wo die Nachtigallen rauschen – Pfingsten auf der Elbe

Die alljährliche Pfingstwanderfahrt der WSV-Ruderer führte 2013 an die Elbe. Mit drei Booten wurde unter Leitung von Wanderruderwart Klaus Gratz der mehr als 170 km lange Flussabschnitt von Riesa bis Aken in 4 Tagesetappen bewältigt.
Der Gratzsche Bus startete bereits am Freitag früh mit Bootshängern und vier Passagieren. Nach staufreier Fahrt erreichte die Gruppe Riesa und leistete hier wichtige Vorarbeit: die Boote wurden bei brütender Hitze abgeladen und aufgeriggert. Es war alles nach Plan gelaufen, so dass auf der Weiterfahrt nach Wittenberg noch Zeit für ein Eis war. In Wittenberg wurde dann entladen: zunächst die Fahrräder, damit Alois in sein Quartier radeln konnte, und dann das Gepäck, mit dem der Rest der Gruppe die zugewiesenen Zimmer im Vereinshaus bezog. Als Erste konnten wir uns die Betten in den zwei Zimmern mit Elbeblick auswählen.
Nach dem Auspacken ging es mit dem Fahrrad in die Wittenberger Altstadt. Wir warfen einen Blick auf den Marktplatz mit Rathaus, die Schloss- und Stadtkirche sowie die Post, bevor es im vereinbarten Treffpunkt „Brauhaus Wittenberg“ das erste Bier gab. Nach und nach traf auch der Rest der Gruppe ein, der auf der Fahrt von zahlreichen Staus geplagt war. Das Beisammensein hier endete recht früh – es wurde kühl, und manch einer hatte noch das Auspacken und Beziehen der Betten vor sich. Letzteres war dann noch mit einer kleinen schauspielerischen Einlage von Marianne (mit nur einer Zuschauerin) verbunden – da hatte die weintrinkende Gruppe auf der Terrasse wirklich etwas verpasst!
Zwar hatte der Fahrtenleiter für den Samstagmorgen kein Frühstück vorgesehen, doch die Verfasserin kochte Kaffee und deckte den Tisch, während Jörn frische Brötchen besorgte. Viel Zeit zum Essen blieb jedoch nicht, da in Torgau zwei Taxis für den Transfer zu unseren Booten in Riesa warteten. Das klappte auch ganz hervorragend, nur das Wetter ließ zu wünschen übrig. Neben der Überlegung, wer mit wem in welchem Boot rudert, stellte sich für einige die Frage: Regenhose oder nasse Beine? Klaus trieb zur Eile an – und prompt ließ ein Ruderer seine Tasche am Steg zurück. Entdeckt wurde das Malheur erst in Mühlberg, als sich zwei von drei Bootsbesatzungen entschieden, eine Pause einzulegen. Ein mitfühlender Ruderkamerad konnte jedoch einen Streit über die Schuldfrage verhindern – das vermisste Stück war schließlich nicht verloren, sondern im letzten Boot nachgereist. Und nach der Pause schien dann nicht nur in der Ehe wieder die Sonne, sondern auch am Himmel hatten sich die Wolken gelichtet.
Trotz der längeren Pause blieb am Tagesziel Torgau nach dem Umkleiden in Klaus‘ Bus noch reichlich Zeit für eine Besichtigung von Schloss Hartenfels bzw. eine Schlossturmbesteigung, bevor uns im Rahmen einer professionellen Stadtführung die übrigen Sehenswürdigkeiten der Renaissancestadt gezeigt wurden. Und dem kulturellen Teil des Tages folgte dann selbstverständlich noch ein kulinarischer bei „Herrn Käthe“, bevor es recht nebulös zurück nach Wittenberg ging.
Am Pfingstsonntag konnten wir draußen mit Elbeblick frühstücken, bevor uns zwei Taxis zu unseren Booten nach Torgau brachten. Die Länge der Tagesetappe war durchaus moderat, das Wetter herrlich, und jedes Boot legte die Strecke nach eigenem Gutdünken zurück. Auf halber Strecke überließ Dorothee ihren Ruderplatz Leo, um gemeinsam mit Sigrid die Wittenberger Altstadt zu erkunden und ein nettes Restaurant fürs Abendessen zu suchen. In der Moorlady gab es Grund zum Feiern, denn Klaus ruderte an diesem Tag seinen 1000sten Jahreskilometer. Doch auch ohne Anlass ließ die zuerst am Tagesziel angekommene Mannschaft von Alois die Korken knallen und beendete die Etappe mit einem Glas Sekt. Nach einer erfrischenden Dusche ging es dann wieder mit dem Fahrrad in die Altstadt von Wittenberg. Der Nahrungsaufnahme beim Italiener folgte noch ein Verdauungsspaziergang, bevor der Abend im Bootshaus bei Wein, Spielen und Gesprächen beschlossen wurde.
Tag Drei begann mit dem Aufladen der Fahrräder. Während die Räder nach Coswig und die Fahrzeuge anschließend nach Dessau gebracht wurden, bereiteten die in Wittenberg gebliebenen Ruderer die Boote für die Abfahrt am Steg vor. An diesem Tag hatten wir mit starkem Gegenwind zu kämpfen. So konnte sich Klaus, der mit zwei Frauen in der Moorlady ruderte, richtig anstrengen, um als erster das Tagesziel Coswig zu erreichen. Hier war Schlammtreten angesagt, um die Boote aus dem Wasser zu holen.
Nach Fußreinigung und kurzer Pause ging es auf die Fahrräder – bis auf eine Ausnahme: Da ein Fahrradschlüssel versehentlich im Fahrzeug in Dessau gelandet war, organisierte sich eine Ruderin kurzerhand Mitfahrgelegenheit im PKW zumindest bis nach Wörlitz. Die Suche nach einem freundlichen Autofahrer auf der Fähre über die Elbe wurde vom Lebensgefährten mit besorgtem Blick beobachtet. Die Fahrradtour über Wörlitz nach Dessau-Roßlau war dann mit deutlich über 20 km weitaus länger als angekündigt, und wir kamen mit Verspätung bei unserem Bauhaus-Führer an. So erfolgte zuerst die Besichtigung der Meisterhäuser, da diese früher schließen. Auf unserem Rückweg zum Rundgang durch das Bauhausgebäude stieß auch Jürgen mit Regina zu uns, der seine Liebste aus Wörlitz abgeholt hatte.
Die von Reinhold gebuchte Führung war ausgesprochen interessant, unser Guide hatte als Architekt ein breites Fach- und Hintergrundwissen – eine gelungene Veranstaltung, die man nur weiter empfehlen kann. Im Anschluss kehrten wir im Kornhaus ein, wo für die Schmidts die letzte gemeinsame Mahlzeit dieser Wanderfahrt stattfand, da sie die Gruppe an diesem Abend mit Ziel Hannover verließen.
Der Rest der Gruppe hatte am Dienstag noch die Strecke von Coswig bis nach Aken vor sich – eine recht gemütliche Tour, auf der ein Ruderplatz frei blieb, während der zweite durch die vorzeitige Abreise frei gewordene Platz von Leo, unserem ältesten Wanderfahrtsteilnehmer, eingenommen wurde. Am Ziel wurden wir nicht nur von Sigrid und Ingo empfangen, sondern auch von einem netten Vereinsangehörigen, der uns die Schlüssel für den Ruderverein überließ. Und während der größte Teil der Gruppe die Boote für den Heimtransport vorbereitete, brachten Dagmar und Ingo, die noch ein paar Tage Fahrradurlaub anhängen wollten, unsere Fahrer auf dem Rückweg nach Wittenberg zu den in Coswig geparkten Autos. Bei Ankunft der Fahrzeuge in Aken lagen die Boote gereinigt und verladebereit im Gras, so dass einer baldigen Abreise in die Heimat nichts mehr im Wege stand.
Mit vielen neuen Eindrücken kehrten wir am frühen Abend nach Altwarmbüchen zurück.
DK

 
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